Was Ehrfurcht bedeutet
Die „Furcht des HERRN" ist in der Bibel keine Angst, sondern die angemessene Antwort des Geschöpfs auf die Heiligkeit Gottes — und nach Sprüche der Anfang aller Weisheit. Eine Reihe gegen die banalisierte Frömmigkeit, die Gott zum „Kumpel" macht.
Wenige biblische Begriffe sind so missverstanden wie die „Furcht des HERRN". Manche Christen meiden ihn, weil er nach Angst klingt. Andere verwenden ihn als religiöses Druckmittel. Beide Lesarten verfehlen, was gemeint ist. Diese Reihe geht systematisch durch die wichtigsten biblischen Stellen — Spr 1,7; Spr 9,10; Ps 111,10; Jes 6 — und fragt: Was meint die Schrift, wenn sie „Furcht des HERRN" sagt? Warum nennt sie sie den „Anfang der Weisheit"? Und was würde es bedeuten, sie heute wiederzufinden, ohne in falsche Strenge oder banalisierende Vertraulichkeit zu kippen?
Die „Furcht des HERRN” ist in der biblischen Weisheitstradition kein Randthema. Sie ist nach Sprüche der Anfang der Weisheit (Spr 9,10), nach den Psalmen der Anfang „guter Einsicht” (Ps 111,10), und im Buch Kohelet der einzige Punkt, an dem nach allem „Windhauch” noch eine Aussage bleibt: „Fürchte Gott und achte auf seine Gebote” (Koh 12,13). Bei den Propheten wird sie zur Beschreibung dessen, was geschieht, wenn ein Mensch dem dreimal-Heiligen begegnet (Jes 6).
Sie ist also nicht eine ängstliche Gestimmtheit, die manche Gläubige haben und andere nicht. Sie ist die Grundhaltung eines Menschen, der weiß, wer Gott ist — und sich davon prägen lässt.
Diese Reihe geht den Begriff in seinen wichtigsten biblischen Vorkommnissen durch. Ohne Pathos, ohne Strenge-Romantik, ohne die Versuchung, „Furcht” gegen die heutigen „nettmachen-Tendenzen” polemisch in Stellung zu bringen. Einfach das, was die Schrift selbst sagt — und was es heute heißen kann, das wiederzulernen.
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Beiträge der Reihe
In Lesereihenfolge.
- 01
Was Ehrfurcht bedeutet — die „Furcht des HERRN" wiedergewinnen
Die Bibel nennt die „Furcht des HERRN" den Anfang der Weisheit. Was meint sie damit? Nicht Angst, nicht religiöse Strenge — sondern die angemessene Antwort des Geschöpfs auf den, der Gott ist. Eine katholische Auslegung gegen banalisierte Vertraulichkeit.
Lesen → - 02
Jesaja 6 — Die Vision im Tempel: was geschieht, wenn Gott begegnet
Die Berufung Jesajas (Jes 6) ist eines der eindrücklichsten Zeugnisse einer Gottesbegegnung in der ganzen Bibel. Dreimal-Heilig, brennende Kohle, „Hier bin ich" — eine Auslegung der Vision Vers für Vers und ihre Wiederkehr in der Eucharistiefeier.
Lesen → - 03
Die Furcht des HERRN — was die Weisheitsbücher meinen
Sprüche, Psalmen und Kohelet kreisen immer wieder um eine einzige Wendung: „Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Weisheit." Eine systematische Lesung der wichtigsten Stellen — und der Grund, warum diese Aussage keine Antiquität ist.
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