Christlichdenken AT

Glossar

Wenn du nachschlagen willst.

Katholische und biblische Schlüsselbegriffe, die in den Artikeln häufig vorkommen — kurz definiert, mit Verweis auf die Texte, die sie behandeln.

33 Einträge. Klick einen Buchstaben für Schnellzugriff.

A

2 Einträge
AMDG #

lateinisch Ad Maiorem Dei Gloriam

„Zur größeren Ehre Gottes" — Wahlspruch der Jesuiten seit Ignatius von Loyola. Heute weit über den Orden hinaus als Schluss-Formel für Werke verwendet, die Gott zugeordnet sein wollen, ohne den Macher selbst in den Vordergrund zu rücken.

Apostel #

griechisch apóstolos

„Gesandter". Im engeren Sinn die Zwölf, die Jesus selbst berufen hat (plus Paulus), im weiteren Sinn jeder offiziell Gesendete. Das Wort betont nicht die Position, sondern die Sendung — der Apostel hat keinen Auftrag aus sich selbst.

B

2 Einträge
Beichte / Sakrament der Versöhnung #

Eines der sieben katholischen Sakramente. Im persönlichen Bekenntnis vor einem Priester (in Stellvertretung Christi) wird die Vergebung der Sünden zugesprochen. Das Bild der „brennenden Kohle auf die Lippen Jesajas" (Jes 6,6-7) ist eine seiner biblischen Vorzeichen.

Siehe auch: Jesaja 6 — Die Vision im Tempel: was geschieht, wenn Gott begegnet

Bergpredigt #

Die große programmatische Rede Jesu in Mt 5-7, gehalten auf einem Berg in Galiläa. Beginnt mit den Seligpreisungen (Mt 5,3-12), enthält das Vaterunser (Mt 6,9-13) und endet mit dem Bild vom Haus auf dem Fels (Mt 7,24-27). Nicht „ethische Höchstforderung", sondern Beschreibung des Lebens, das aus dem Reich Gottes wächst.

Siehe auch: Die Bergpredigt — was Jesus eigentlich predigt

C

1 Einträge
Christus #

griechisch christós

Übersetzung des hebräischen „Maschiach" (Messias) — der Gesalbte. Bezeichnung Jesu als des in der hebräischen Bibel verheißenen Königs, Priesters und Propheten in Personalunion. Im christlichen Sprachgebrauch ist „Christus" kein Nachname, sondern Titel und Bekenntnis.

D

3 Einträge
Dei Verbum #

lateinisch Dei Verbum

Dogmatische Konstitution des II. Vatikanischen Konzils (1965) über die göttliche Offenbarung. Klärt das katholische Verhältnis von Heiliger Schrift und apostolischer Tradition: beide gemeinsam als das eine Wort Gottes, weitergegeben in der Kirche. Schlüsseltext für jede ernsthafte katholische Bibellesung.

Discretio spirituum #

lateinisch discretio spirituum

„Unterscheidung der Geister" — die geistliche Disziplin, zu prüfen, ob ein Eindruck, eine Eingebung oder eine Bewegung von Gott, vom eigenen Inneren oder vom Versucher kommt. Klassiker dazu: Johannes vom Kreuz, Ignatius von Loyola, Therese von Lisieux. Biblisch verankert in 1 Joh 4,1 und 1 Thess 5,21.

Siehe auch: Warum ein gutes Gefühl noch nicht Gottes Stimme ist , An ihren Früchten: Wie man geistliche Erfahrungen prüft

Dunkle Nacht (der Seele) #

Begriff von Johannes vom Kreuz (16. Jh.) für eine geistliche Phase, in der Gottes Gegenwart nicht mehr empfindbar ist, das Beten leer wirkt und alles ins Schweigen fällt. Keine Strafe und kein Zeichen von verlorenem Glauben, sondern oft Reinigung — Phase intensiverer Nähe Gottes unterhalb der Wahrnehmung.

Siehe auch: Was tun, wenn Beten sich leer anfühlt?

E

3 Einträge
Einheitsübersetzung 2016 #

Die für den katholischen Sprachraum verbindliche deutsche Bibelübersetzung, herausgegeben von der Katholischen Bibelanstalt. Revision von 2016 (gegenüber 1980). Diese Site zitiert konsequent EÜ 2016 — jede Stelle wird vor Aufnahme in einen Artikel gegen bibleserver.com verifiziert.

Eucharistie #

griechisch eucharistía

„Danksagung". Das zentrale Sakrament der katholischen Kirche, Vergegenwärtigung des Opfers Jesu Christi in Brot und Wein. In der Heiligen Messe wird im Hochgebet das „Heilig, heilig, heilig" (Sanctus, Jes 6,3) gesungen — eine direkte liturgische Aufnahme der Vision Jesajas.

Siehe auch: Jesaja 6 — Die Vision im Tempel: was geschieht, wenn Gott begegnet

Evangelium #

griechisch euangélion

„Frohe Botschaft". Bezeichnet zunächst die Botschaft Jesu von der Nähe des Reiches Gottes, dann die vier biblischen Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes), die diese Botschaft erzählen. In der katholischen Tradition werden bei der Eucharistiefeier alle stehen, wenn das Evangelium gelesen wird.

F

1 Einträge
Furcht des HERRN #

hebräisch jirat JHWH

Nach der Weisheitstradition (Spr 1,7; 9,10; Ps 111,10) der „Anfang der Weisheit". Nicht Angst, sondern Ehrfurcht — die angemessene Antwort des Geschöpfs auf den, der Gott ist. Die katholische Tradition unterscheidet timor servilis (Knechtsfurcht) und timor filialis (kindliche Ehrfurcht).

Siehe auch: Was Ehrfurcht bedeutet — die „Furcht des HERRN" wiedergewinnen , Die Furcht des HERRN — was die Weisheitsbücher meinen

G

1 Einträge
Gnade #

griechisch cháris

Das unverdiente Geschenk Gottes — Wohlwollen, das nicht verdient wurde und nicht verdient werden kann. Grundbegriff der christlichen Heilslehre: Heil wird durch Gnade empfangen, nicht durch eigenes Werk erworben. Katholisches Verständnis: Gnade geht jedem guten Werk voraus, lässt aber Antwort und Mitwirkung des Menschen frei.

H

4 Einträge
Heil #

Im Katholischen meist umfassender als „Errettung" (das eher reformatorisch geprägt ist): Heilung, Ganzwerdung, Eintreten in die Gemeinschaft mit Gott. Beginnt schon in dieser Welt (Sakramente, Heiligung), wird vollendet im ewigen Leben. Vermittelt durch Christus, durch die Kirche, durch die Sakramente.

Heilige Schrift #

Die Bibel als das schriftlich überlieferte Wort Gottes. Katholische Ausgabe umfasst 73 Bücher (Altes + Neues Testament, einschließlich der 7 deuterokanonischen Schriften — Tobit, Judit, Weisheit, Sirach, Baruch, 1./2. Makkabäer — die in evangelischen Bibeln meist fehlen).

Himmelreich / Reich Gottes #

Im Matthäusevangelium aus jüdischem Sprach-Tabu zumeist „Himmelreich"; bei Markus und Lukas „Reich Gottes". Meint nicht primär einen Ort nach dem Tod, sondern die anbrechende Königsherrschaft Gottes — in Christus schon gegenwärtig, in der Vollendung noch ausstehend („schon" und „noch nicht").

Hineni #

hebräisch hineni

„Hier bin ich" — die klassische Antwort der Berufenen in der hebräischen Bibel: Abraham (Gen 22,1), Mose (Ex 3,4), Samuel (1 Sam 3,4), Jesaja (Jes 6,8). Drückt Verfügbarkeit aus, bevor der Auftrag bekannt ist. Maria sagt es in anderer Form im Magnifikat: „Siehe, ich bin die Magd des Herrn" (Lk 1,38).

Siehe auch: Jesaja 6 — Die Vision im Tempel: was geschieht, wenn Gott begegnet

I

1 Einträge
Imago Dei / Bild Gottes #

lateinisch imago Dei

„Bild Gottes". Aussage aus Gen 1,27, dass der Mensch nach Gottes Bild geschaffen ist. Theologische Grundaussage über die Würde des Menschen: er ist nicht nur Material, sondern hat ein einzigartiges Verhältnis zum Schöpfer — ansprechbar, antwortfähig, verantwortlich.

K

2 Einträge
Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) #

Verbindliches Lehrbuch der katholischen Glaubens- und Sittenlehre, herausgegeben 1992 unter Papst Johannes Paul II. (deutsche Fassung 1993). 2865 Paragraphen in vier Teilen: Glaubensbekenntnis, Sakramente, Sittenlehre, Gebet (vollständige Vaterunser-Katechese am Ende).

Kohelet (Prediger Salomos) #

hebräisch qohelet

Wörtlich „der in der Versammlung Redende". Buchtitel des alttestamentlichen Weisheitsbuchs (in der griechischen Tradition: Ekklesiastes), das die Vergänglichkeit aller Dinge („Windhauch, Windhauch, alles Windhauch") nüchtern reflektiert. Endet überraschend in der Aussage: „Fürchte Gott und achte auf seine Gebote!" (Koh 12,13).

Siehe auch: Kohelet — Glaube ohne Illusionen

L

3 Einträge
Lectio Divina #

lateinisch lectio divina

„Göttliche Lesung". Alte monastische Form der Bibellesung in vier Schritten: lectio (lesen), meditatio (nachdenken), oratio (beten), contemplatio (verweilen). Kein Studium der Schrift über sich, sondern Begegnung mit Gott in seinem Wort.

Lehramt #

Die Autorität der Bischöfe in Gemeinschaft mit dem Papst, in Glaubens- und Sittensachen verbindlich zu lehren. Nicht Erfindung, sondern Auslegung des einmal überlieferten Glaubens. Ordentliche Form: päpstliche Verlautbarungen, Bischofssynoden. Außerordentliche Form: ex-cathedra-Definitionen, Konzilien.

Liturgie #

griechisch leitourgía

„Werk für das Volk", später „Gottesdienst". Die geordnete öffentliche Feier der Kirche — Eucharistie, Sakramente, Stundengebet. In der katholischen Tradition nicht beliebige Privat-Andacht, sondern Mitvollzug dessen, was Christus durch seine Kirche feiert.

N

1 Einträge
Nostra aetate #

lateinisch Nostra aetate

„In unserer Zeit". Erklärung des II. Vatikanischen Konzils (1965) über das Verhältnis der katholischen Kirche zu den nichtchristlichen Religionen, insbesondere zum Judentum. Zentraler Text gegen antijudaistische Lesarten: weist die Kollektivverantwortung der Juden für den Tod Christi ausdrücklich zurück.

P

1 Einträge
Pharisäer #

Religiöse jüdische Bewegung zur Zeit Jesu, die das mosaische Gesetz besonders genau und im Alltag umzusetzen suchte. Jesus kritisiert nicht das Anliegen, sondern die Verkehrung in „Schau-Frömmigkeit" (Mt 23). Wichtig: Pharisäer = innerjüdische Reformbewegung, nicht „die Juden". Nostra aetate (II. Vat.) hat antijudaistische Fehl-Lesungen zurückgewiesen.

Siehe auch: Die sieben Wehe-Rufe — Mt 23 als Anklage gegen religiöse Autorität

S

5 Einträge
Sakrament #

lateinisch sacramentum

Sichtbares Zeichen einer unsichtbaren Gnade — und zugleich Bewirkung dessen, was es bezeichnet. Die katholische Kirche kennt sieben Sakramente: Taufe, Firmung, Eucharistie, Beichte (Versöhnung), Krankensalbung, Weihe, Ehe.

Sanctus #

lateinisch Sanctus

„Heilig". Der dreimal-Heilig-Ruf im Hochgebet jeder katholischen Eucharistiefeier („Heilig, heilig, heilig, Gott, Herr aller Mächte und Gewalten"). Wörtliche Aufnahme von Jes 6,3 (Vision Jesajas) plus Mt 21,9 (Hosanna). Liturgisch eine der intensivsten Momente der Messe.

Siehe auch: Jesaja 6 — Die Vision im Tempel: was geschieht, wenn Gott begegnet

Schriftgelehrte #

Im Neuen Testament Bezeichnung für die Experten der jüdischen Schrift (vor allem der Tora), die deren Auslegung lehrten und die religiöse Praxis ordneten. Sitzen nach Mt 23,2 auf dem „Stuhl des Mose" — Jesus erkennt ihre Lehrautorität an („tut, was sie sagen"), kritisiert aber ihre Praxis („richtet euch nicht nach ihren Taten").

Siehe auch: Die sieben Wehe-Rufe — Mt 23 als Anklage gegen religiöse Autorität

Seligpreisungen / Makarismen #

griechisch makarismós

Die acht (plus eine persönlich gerichtete) Eröffnungssätze der Bergpredigt: „Selig, die arm sind vor Gott …" (Mt 5,3-12). Lukas überliefert vier kürzere Wehe-und-Wohl-Sätze (Lk 6,20-26). Nicht ethische Forderungen, sondern Beschreibung dessen, wer im Reich Gottes selig genannt wird.

Siehe auch: Die Seligpreisungen — die innere Logik der Bergpredigt

Stundengebet / Brevier / Offizium #

Das öffentliche, am Tageslauf orientierte Gebet der Kirche: Laudes (morgens), Vesper (abends), Komplet (vor dem Schlafen), plus Tageszeiten. Für Priester und Ordensleute Pflicht, für Laien empfohlen. Besteht überwiegend aus Psalmen — das Beten der ganzen Kirche entlang der biblischen Beter.

T

2 Einträge
Timor filialis vs. Timor servilis #

Klassische scholastische Unterscheidung zweier Formen der „Furcht des HERRN". Timor servilis: Angst des Sklaven vor Strafe — kann Anfang sein, soll aber überwunden werden (1 Joh 4,18). Timor filialis: Ehrfurcht des Kindes vor dem geliebten Vater — bleibt und ist sogar Gabe des Heiligen Geistes (Jes 11,2).

Siehe auch: Was Ehrfurcht bedeutet — die „Furcht des HERRN" wiedergewinnen

Trinität / Dreifaltigkeit #

lateinisch trinitas

Zentrales christliches Bekenntnis: der eine Gott ist Vater, Sohn und Heiliger Geist. Nicht drei Götter, nicht drei Masken — drei Personen in einem göttlichen Wesen. Die Lehre wird in den ersten Konzilien (Nizäa 325, Konstantinopel 381) entfaltet. Im katholischen Glaubensbekenntnis explizit jeden Sonntag gebetet.

V

1 Einträge
Vaterunser / Pater Noster #

lateinisch Pater Noster

Das einzige Gebet, das Jesus selbst seinen Jüngern gelehrt hat (Mt 6,9-13; kürzer Lk 11,2-4). Sieben Bitten in zwei Teilen: drei „dein"-Bitten (Name, Reich, Wille), vier „uns"-Bitten (Brot, Vergebung, Versuchung, Bösem). Liturgisch zentral, im Hochgebet vor der Kommunion.

Siehe auch: Das Vaterunser — Anatomie des Gebets Jesu

Hinweis

Dieses Glossar ersetzt keine Theologie und auch keine wissenschaftliche Lexikographie. Es ist ein Schnellzugriff zum Mitlesen — wenn dir in einem Artikel ein Begriff begegnet, den du nicht oder nicht mehr präsent hast. Für tiefere Erschließung: Katechismus der Katholischen Kirche, Lexikon für Theologie und Kirche (LThK), oder die Quellen, die in den Artikeln zitiert sind.